Im 4/4 Takt zur Utopie? – Das Rave Against Festival

 

Am Samstag (23.06.) findet in der Arena das „Rave Against“-Festival statt. Eine kurze Notiz, warum es mehr von solchen Festen braucht.

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Groß war die Freude, als sich jüngst in Berlin Tausende unter dem Motto „AfD Wegbassen“ zusammengefunden hatten. Techno schien wieder politisch geworden zu sein. Nachdem die Loveparade in den 2000er die völlige Entpolitisierung zur politischen Botschaft gekürt hatte, schien da wieder endlich etwas zu sein. Elektronische Musik und ihre Macher*innen schienen sich wieder, abseits des subkulturellen Rahmens, politisch zu positionieren.

Und doch bleibt Dekaden nach ihrer Entstehung eher ein trauriges Fazit: Elektronische Musik und die dazugehörigen Events leisten wenig in der Auseinandersetzung um eine befreite Gesellschaft.

 

Erst recht in Österreich. Hier haben diverse Veranstaltungen in den letzten Jahren eher dazu beigetragen, dass eins zwar jeden Sonntag für oder gegen wen „raven“ kann, jedoch bleibt die Frage, wo noch irgendein Ansatz emanzipatorischer Politik bleibt, wenn selbst für Leute wie Van der Bellen gefeiert wird, die vorab in ihrem Wahlkampf ganz tief in rechten Narrativen gewühlt haben. Techno in Österreich ist vielfach zum Sozialdemokratischen-Wohlfühl-Klamauk geworden, der ebenso wie ein Großteil seiner Musik zur billigen und wohlgefälligen Oberfläche degradiert worden ist.

Nur wenige Crews nutzen ihre Partys überhaupt, um politische Statements zu setzen. Noch weniger versuchen ihre Partys mit anderen Veranstaltungen, wie Lesungen, Vorträgen oder Workshops zu koppeln um eine noch klarere politische Position zu beziehen. Veranstaltungen, wie MEAT Market oder die Panzerschokolade-Crew sind hierbei erfreulich Ausnahmen. Auch der 5 Jahre hintereinander gegen völkische Burschenschaften mobilisierende WTF-Ball sei hier erwähnt, der mit seinem Jubiläum jedoch ebenso sein Ende bekannt gab.

 

Es wäre ja auch doof, wenn auf einmal das junge Publikum nicht mehr kommt, weil es erkennt, dass es auf der Party zwar noch bessere Drogen als beim letzten Wahlkampfevent der NEOS gibt, aber dafür ein Großteil der Anwesenden mächtige Probleme mit der Politik eben dieser hat.

Das Festival „Rave Against“ versucht hier am kommenden Wochenende einen Spagat. So gibt es am Nachmittag jede Menge inhaltliches Programm. Am Abend dann die Party. Ein Programm, das sich mit seinen Wurzeln auseinandersetzt, neue Entwicklungen diskutiert und dabei auch den gesamtgesellschaftlichen Kontext nicht außer Acht lässt. Und es ist gut, dass es so etwas endlich mal wieder in Wien gibt! Also: Hinkommen!

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