Das hasserfüllte Herz der Finsternis – Ein Kommentar zur „Aktion“ „Defend Europe“ der Identitären

Unsere Artikel zu „Defend Europe“ wurden in zwei Teile aufgespalten. Dieser Teil kommentiert die Aktion.

Ein andrer Artikel (Link kommt noch) unternimmt einen ersten Versuch der Analyse.

Wir sind von den Identitären viel gewohnt. Zu viel. Ihre Kader attackierten mehrfach Menschen, die gegen sie demonstrierten, sie griffen Theatervorstellungen an, kletterten auf „Wahrzeichen“ und hissten dort ihre von Hass und Gewaltdrohungen triefenden Banner. Die exponiertesten ihrer Kader waren sich für kein Magazin, kein Mikrophon, keine Gelegenheit ihre wahnhaften Verschwörungen in die Welt zu posaunen zu Schade.

Obwohl sie stets versuchten sich selbst eher den Anstrich einer jungen, dynamischen NGO zu geben, konnte eigentlich nie ein Zweifel daran aufkommen, worum es sich bei ihnen eigentlich handelte: Eine Horde – zumeist junger männlicher – Neofaschisten, deren Ideologie eine vermeintliche Ungleichheit der Menschen mit einer tödlichen Logik durchexerzierte.

Wir sind von den Identitären viel gewohnt. Und doch stellt die Aktion „Defend Europe“ – selbst in der Logik der Identitären– alles in den Schatten. Die „Identitären“ haben international viel Geld gesammelt und aus aller Herren Länder strömen nun ihre Kader herbei um mit einem Schiff im Mittelmeer NGOs, die flüchtenden Menschen beim Überleben helfen, zu „stören“.

Jeder Versuch diese Aktion, ihre Logik und die Ideologie, die sie begründet, in Worte zu fassen mutet zu ungeheuerlich an. Ja, so falsch, weil das, was diese Leute dort vorhaben zwar beschreibbar ist – aber fassbar? nein, das ist es nicht! Es ist der finsterste, abgründigste und dunkelste Hass auf flüchtende Menschen der sich gerade in Italien in Form der „C-Star“ und ihrer internationalen Besatzung manifestiert.

Die „Identitären“ und ihre fanatisiertesten Kader haben es geschafft. Es wird wieder über sie geredet. Und sie haben gezeigt, dass sie für diese Aufmerksamkeit bereit sind einen hohen Preis zu zahlen. Klar, die Produktion von Bildern zur Illustration ihrer Ideologie ist das Ziel dieser Aktion und dieses werden sie auch erreichen. Das es nie um „Beobachtung“ ging, sondern das das Urteil der Neofaschist*innen über NGOs, flüchtende Menschen und die europäische Grenzpolitik schon ohne Widerspruch feststand, noch bevor einer der Kader einen Fuß an Deck setzt(e), muss uns umso klarer sein.

Es ist die eine Seite der Medaille, dass die Aktion in ihrer zynischen Menschenverachtung kaum zu überbieten ist. Das müssen wir in aller Klarheit festhalten: Da fahren wohlsituierte – vorwiegend deutschsprachige Studenten – nach Italien, um dort Menschen vor Ort Menschen zu erzählen, dass ihre traumatische Flucht nach Europa hier ein Ende haben soll. Sie wollen aufs Meer und aufzeigen, dass Organisationen, die dort die Menschen vor dem Ersaufen retten, doch eigentlich „Fluchthelfer“ sind. Da spricht der „Beobachter“ von „Ein Prozent“, Simon Kaupert, in tiefer Verachtung von „Gucci-Flüchtlingen“ auf twitter und Patrick Lenart aus Österreich postet in weißer Herrenmenschenmentalität erstmal ein Bild von sich wie er Flüchtenden die Welt erklärt und eine Cola spendiert. Mensch, was ist nur los mit euch?

Nun aber gibt es eben noch die andere Seite der Medaille. Und es ist diese Seite, die umso grausamer ist. Die „Identitären“ sind zwar fanatisierte Rechtsextreme. Ihre Aktion ist aber letztlich nur eine Bebilderung der Forderung diverser Politiker*innen. Die konsequente Schließung der europäischen Grenzen, die „Kritik“ an NGOs im Mittelmeer, die konsequente Abschiebung von Menschen, die es nach Europa geschafft haben – alles keine Forderungen einer kleinen reaktionären Gruppe, sondern des gesellschaftlichen Mainstream.

Und ja, es ist verlogen und in diese Verlogenheit beziehen wir uns selbst mit ein, im Angesicht der „Identitären“ Aktion „Defend Europe“ die Sprache und Worte zu verlieren, obwohl seit Jahren Menschen Tag für Tag im Mittelmeer ertrinken, weil eine tödliche Logik der Grenzkontrollen längst der Fall ist. Die „Identitären“ sind keine Extremen. Sie sind gesunde, vitale Kinder dieser bürgerlichen Gesellschaft. Sie sind nur die, die bereit sind, sich öffentlich ihre Hände in Blut zu baden. Sie müssen dafür nicht irgendwelche Agenturen wie Frontex gründen.

Der Wahnsinn der „Identitären“ ist längst und immer schon der Wahnsinn vieler bürgerlicher Politiker*innen.

Die „C-Star“ mag sinken. Der tödliche Hass in den finsteren Herzen der Reaktionären wird weiter existieren. Greifen wir sie an. Alle!

11 comments

  1. Steven

    „Das hasserfüllte Herz der Finsternis“ … also bitte? Das ist wohl unterster Bild-Journalismus, völlig unwürdig

    • Stx

      Der Text hat inhaltlich nicht annähernd das Niveau von Bild Journalismus und auch wenn der Titel polemisierend erscheinen mag ist er doch eine sehr schöne, vielleicht etwas melodramatische Art dieses Kommentar zu betiteln. Meiner Meinung nach.

  2. g

    ich hätte da noch eine Beschreibung: Straftat. Wer jemanden identifizieren kann, sollte zur Staatsanwaltschaft gehen.

  3. g

    ich hätte da noch eine Beschreibung: Straftat. Wer jemanden identifizieren kann, sollte zur Staatsanwaltschaft gehen.

  4. Alpen

    wann wird euch linkem menschenfeinden endlich klar, dass ihr die ertrunkenen wirtschaftsmigranten zu verantworten?! aber eure realitätsferne ideologie ist wohl wichtiger als menschenleben wie die geschichte leider schon nur zu oft gezeigt hat… widerliche linke

  5. Petra Ristow

    Die hassen nicht.
    Es sind einfach eiskalte Egomanen und weiße Globalisierungswohlstandskinder, die wie schon zu Kolonialzeiten die Herrschaft über den afrikanischen Menschen übernehmen wollen. Wie die alten Kolonialherren bieten sie keine Lösungen für Menschen, profitieren aber von den Ressourcen.
    Die beiden „Journalistinnen“ Pettbone (USA, geb. 1992) und Southern (Kanada, geb 1995) als die Verkörperung des „All-American-Girlies“ spielen dabei eine weitere größere Rolle, ebenso wie die Anschlussdeutsche Sellner und Lenhard.
    Keine ihrer Hipster-Nazi-Aktionen hat irgendeinen tieferen Sinn, als zu zeigen, sie sind „dagegen“.
    Jetzt also diese teure Aktion im Mittelmeer, die zeigen soll wie viel Geld = Unterstützer in der Bevölkerung man hat. Für eine weltweite Aktion – unterstützt von Alt-Right, 1% oder den kanadischen Libertären – sind 150.000 € ein recht kläglicher Betrag.
    Ich hätte ja gern die Schwimmwesten gestiftet. Es soll da in der Türkei einige tolle Hersteller geben. https://www.welt.de/vermischtes/video150746952/Tuerkei-beschlagnahmt-fehlerhafte-Rettungswesten.html

  6. TM

    Mein lieber scholli, hier hast du aber echt bei Reichsminister göbbels geklaut in deiner Rhetorik.nur sind es jetzt nicht mehr die „Horden“ aus der Mongolei sondern die Identitäten die alles Unglück über die guten Menschen bringen. und “ international viel Geld“ könnte man klasse durch „internationales Finanzjudentum“ ersetzen. Was die ngo’s machen ist falsch, das ist einfache Mathematik. und leider sehen sie auch nicht in ihrem …ich muss es leider Wahn nennen, was sie anrichten. 11 jährige Mädchen werden von Flüchtlingen sexuell belästigt,( belegt) Messerattacken, Überfälle ( belegt) explodieren.
    Und du beschwerst dich darüber das sie augstein junior als das bezeichnen was er ist (ein Heuchler) meines Wissen kam noch keiner bei einer identitären Aktion zu schaden wie vergleichsweise beim g-20 es wurden auch keine Büros verwüstet, nur weil einem eine Partei nicht in den Kram passt.
    der wirkliche Wahnsinn sitzt woanders aber das erkennt man mit viel Brett vor dem Kopf, einer selbstherrlichen ‚ ich habe recht und wir sind die guten‘ Einstellung leider nicht.
    Als Therapie empfehle ich die Besuche von bahnhofsvorplätzen jeder beliebigen deutschen grossstadt, eigene kinder die von sog. Flüchtlingen belästigt werden und naja einfach mal rechnen oder scholl latur lesen. ‚Wer halb Kalkutta aufnimmt, hilft nicht etwa Kalkutta, sondern wird selbst zu Kalkutta‘ es mag toll sein als edler Helfer gelten aber das ist purer Egoismus ohne die Folgen im Blick zu haben

  7. Daine Moddä

    „Hass und Gewaltdrohungen triefenden Banner“
    Stimmt, diese Nazis haben immer so krude Banner wie „Deutschland verrecke“, „Volkstod vorantreiben“ und andere Gewaltphantasien. „ihre wahnhaften Verschwörungen in die Welt zu posaunen“ Damit sind wohl solche kranken Ideen wie „no border no nation“ gemeint, oder?

  8. internetstreetworker

    die identitären sind ein häufchen elend.
    das wisst ihr doch selbst, ihr macht ja fotos, begleitet ihre aktionen. immer die selben fressen.

    das bild das es online (grosse macht, breite unterstützung, bla) von ihnen gibt korreliert null mit dem was man dann auf der strasse sieht.

    das internationale faschistische netzwerk und russland bots tun halt ihr möglichstes diese grüppchen im internet aufzufetten. aber nimm ihnen das netzwerk/internet und sie sind garnix mehr.

    will man diesen krebs effektiv aus unserer gesellschaft entfernen , muss der kampf also vor allem der unterdrückung und unsichtbarmachung ihrer kampagnen online gelten. bemerkt man sie online nicht mehr, fällt das gefühl der breiten grossen unterstützung weg ohne dem solch eine faschistische bewegung einfach nicht existieren kann.

    ich glaub es ist also auch der falsche weg ihrer dilletantischen bootgeschichte hier auch noch zu verbreiten. aber ja schwierig.

    ich fänds besser sich ihre finanzen genauer anzusehen. es ist eigentlich unmöglich dass kein geld aus halbseidenen quellen zu ihnen fliesst.

  9. Monte Veritas

    OMG hat der autor des artikels einen mega knall. wenn linksaktivisten auf gebäude klettern ist das ok, wenn die ib das tut ist es verachtenswert. und wo hat die ib jemals menschen angegriffen? wo ist die logik der ib „tödlich“? der artikel ist dermaßen wahnsinnig, dass es für mich nicht möglich war, ihn bis zu ende zu lesen. nur den letzten absatz hab ich mir noch rein gezogen:“greifen wir sie an! Alle!“ das ist selbstjustiz und damit strafbar. IHR LINKEN SEID DIE WAHREN FASCHISTEN.

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